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Ochsenkopf

“Da steht er da wie der Ochs vorm Berg.“ Mit heruntergeklappter Kinnlade und weit geöffneten Augen starrt der dreifache Familienvater minutenlang auf den Ochsenkopf, die (mit 1024m) zweithöchste Erhebung Nordbayerns gleich nach dem Schneeberg (1053m).
Die Faszination, die von diesem Berg ausgeht, hat ihn voll erfasst. Kein Wunder, es ist das auch erste Mal, dass er mit Frau und Kindern in dem 680m hoch gelegenen Wintersportort zu Besuch ist.

Namensherkunft Ochsenkopf

Doch allzu viel Zeit zum Staunen bleibt dem Vater nicht. Volles Programm ist angesagt, um die attraktiven Angebote des Erlebnisberges an diesem Wochenende voll auszuschöpfen. Und während Vater noch gebannt die reizvolle Winterlandschaft in Bischofsgrün rund um den Ochsenkopf in Augenschein nimmt, geht es auch schon voll zur Sache. Schon kommen die Kinder angerannt und bombardieren ihn mit Fragen wie „Was machen wir als erstes?“ Wo gibt’s was zu essen? Und warum heißt der Ochsenkopf eigentlich Ochsenkopf?“
Völlig überwältigt und ratlos steht der Familienvater seinen Kindern gegenüber. Er weiß gar nicht, was er sagen soll. Zumal er selbst gar nicht weiß, dass der Bergname von einem in Fels eingemeiselten Stierhaupt kommt.
Einem Zeichen, dass bereits vor über 500 Jahren hier entdeckt wurde, als Lorenz von Ploben aus Nürnberg das Bergwerk auf dem Fichtelberg erhalten hat.
Einem Zeichen, dass in Bergwerkskreisen als Erkennungssymbol gelten soll.
Und einem Zeichen, dass auch heute noch zu sehen ist.

Aussichtplattform Asenturm

Schließlich bricht der Vater sein Schweigen und deutet auf einen Turm auf den Gipfel: „Da werden wir heut zu Mittagessen.“ „Welchen Turm meinst du? Ich seh hier zwei“ entgegnet der Sohn verdutzt. Dabei ist es den Einheimischen längst klar. Er meint den Asenturm- die vom Fichtelgebirgsverein ganzjährig bewirtschaftete Tagesgaststätte und Aussichtsplattform- und nicht den 177m hohen Sendeturm des Bayrischen Rundfunks. Immerhin blickt der Asenturm nun schon auf eine 143-jährige Tradition zurück, während der Sendeturm erst seit 52 Jahren den Gipfel des Ochsenkopfs ziert. Und aus dem einstigen Holzgerüst zur Landesvermessung hat sich eine moderne und solide Gaststätte für alle Ansprüche entwickelt.

Ab auf die Piste

„Wir stürmen den Gipfel!“ Sie sind noch nicht mal auf Talfahrt, doch schon jetzt nicht mehr zu bremsen. Das Vater- Sohn Gespann macht sich schon bereit, um in 9 Minuten auf der mit 2300m längsten alpinen Skiabfahrt Frankens runterzubrettern. Länger als 9 Minuten bis zur Bergstation brauchen sie sowieso nicht mit dem Sessellift. Schließlich hat der Ochsenkopf ja nach Umbaumaßnahmen die modernsten Beförderungsanlagen weit und breit. Und sie haben auch noch das Glückauf der richtigen Seite zu sein.
Denn die Abfahrt auf der Südseite ist „nur“ 1900m lang. Viel zu kurz für die beiden begeisterten Skifahrer. Eine kluge, wenn auch unbewusst getroffene Wahl also in Bischofsgrün und nicht Fleckl (Ortsteil von Warmensteinach) in den Winterurlaub zu starten. Das sind nämlich die zentralen Orte, von denn man nord- und südwärts zum Gipfel des Ochsenkopfs gelangen kann.
„O.k. Helmut, ruft die Ehefrau ihrem Mann zu, ich geh dann mit Linda und Laura auf den Idiotenhügel“. Das ist wahrscheinlich auch das Beste für die 6 und 10 Jahre alten Töchter. Immerhin stehen sie im Vergleich zu den sportaffinen Männern der Familie zum ersten Mal auf den Brettern. Grad noch die richtige Skiausrüstung aus einer der 2 Skiausleihstationen vor Ort besorgt, dürfen sie sich gleich auf die beschneite Piste wagen. Die Anspannung steigt. Aber sie könnten ja dort theoretisch bis in die Abendstunden das Skifahren üben. Denn die Anlage rund um den Schlepplift ist mit Flutlicht ausgestattet.

Winterliche Erlebnisse

Nach dem üppigen Mittagessen, will die Familie den Rest des Tages etwas ruhiger angehen. Aber was tun?

Ø Eine Pferdeschlittenfahrt
Ø Eine Märchenwanderung
Ø Schlittschuhe laufen oder Eisstockschießen
Ø Oder gar Skispringen

„Na am besten gleich alles auf einmal“, so der Einfall der Kinder. Und warum nicht. So was erlebt man schließlich nicht alle Tage.

1. Doch erstmal ein wenig Entspannung. Eine romantische Pferdeschlittenfahrt durch tief verschneite Wälder. Zwei Vollblüter, die einen nostalgischen Holzschlitten und eine Kutsche durch den knirschenden Schnee ziehen. Es ist wie im Märchen. Und zufällig bietet der von zwei Vollblütern gezogene Holzschlitten genau Platz für 5 Personen.

2. Viel zu schnell ist diese märchenhafte Fahrt wieder vorbei. Die 6 jährige Linda und ihre Mutter würden am liebsten gar nicht mehr dieses „Märchen“ verlassen. Und sie müssen es ja auch nicht. Wozu gibt es den Bischofsgrüner Märchenwanderweg. Auf 2 km Länge enthält der Märchenwanderweg 14 Schilder mit Märchenfiguren. Vorbei an Bächen; Flüssen und Brunnen fühlt der Weg die Kinder in eine traumhafte Märchenwelt. Dazu gibt es ein begleitendes Märchenmalbuch, in dem die Kinder an jeder Station die Märchen selbst lesen können und die abgebildeten Figuren ausmalen können.

3. Kaum hat die Märchenwanderung ein gutes Ende genommen, drängt es die Familie auch schon auf’s Eis. Schlittschuhlaufen heißt das Kontrastprogramm zum märchenhaften Einstieg in den Nachmittag. Auf dem 25x 35m großen Platz bei der Ochsenkopfseilbahn Nord drehen nun alle gemütlich ihre Runden und schlittern von einem Ende zum anderen. Aber ist ja egal, wie oft die Kleinen auf die Schnauze fliegen. Immerhin ist kostet der Spaß nix und kann bis in die Abendstunden (mit Flutlicht) betreiben werden. Vater Helmut würde zwischendurch aber gern mal Eisstockschießen spielen, auch wenn er es noch nie vorher probiert hat. Doch das ist kein Problem. Ein ehemaliger Spitzenspieler im Eisstockschießen ist vor Ort und bringt einem das Wichtigste bei.

4. Dem abenteuerlustigen Sohn Tom ist das nicht genug. Er will mehr Action. Er will Skifahrer fliegen sehen. Und er hat Glück. Die Nachwuchsspringer des örtlichen seit 100 Jahren bestehenden Skiclubs trainieren heute auf der Ochsenkopfschanze. International bekannte Sportler wie der Olympiateilnehmer Henrik Ohlmeyer standen schon auf dieser Schanze und steigerten den Bekanntheitsgrad dieser Institution. Das ganze Jahr wird die Schanze besonders in den Disziplinen Nordische Kombination und Spezialspringen genutzt und soll bald wichtige Anlaufstation in Sachen „Bundesstützpunkt Nachwuchs“ sein.
Wie gut sich die Nachwuchssportler machen, davon können sich Besucher jederzeit ein Bild verschaffen.

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Duftkerzen
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Wie im Flug ist der Urlaub dann auch schon wieder vorbei. Und am Ende sind sich alle einig: Sie kommen auf jeden Fall wieder. Denn so schön kann Winterurlaub im Fichtelgebirge sein.

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