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Silberlegierungen

Feinsilber ist hellweiss, allerdings aufgrund seiner geringen Härte und geringen mechanischen Beanspruchbarkeit nur wenig für die Verarbeitung geeignet. Aus diesem Grund kommen Silberlegierungen zum Einsatz. Zur Herstellung von Schmuck, Gerät, Deko und Bestecken werden vor allem Silberlegierungen verwendet, die zum Legierungssystem Silber-Kupfer gehören.

970/000-Silber entspricht in seiner Farbe noch der des Feinsilbers, da es nur einen geringen Kupferanteil von 3% aufweist. Es hat eine deutlich höhere Härte und Zugfestigkeit als Feinsilber. 970/000-Silber ist für Niello- und Emaillierarbeitengeeignet. Aufgrund der sehr guten Biegbarkeit ist diese Silberlegierung sehr gut für Kaltverformungsarbeiten (Treiben, Ziselieren) geeignet. Die Anlaufbeständigkeit ist sehr hoch.

950/000-Silber wird hauptsächlich für Gedenk Silbermünzen und Emailierarbeiten verwendet.

Die 935/000 Silberlegierung ist vor allem in Hinblick auf den Export von Gerät (Korpuswaren) in Länder mit strengen Stempelgesetzen bedeutsam. Um den geforderten Silbergehalt von 925/000 trotz Verwendung von Silberlot, welches einen geringeren Silberanteil hat, zu halten, wird die 935/000-Silberlegierung mit einem höheren Silbergehalt verwendet. Diese Legierung hat eine schöne Silberfarbe und relativ anlaufbeständig.

925/000-Silber wird als “Sterlingsilber” bezeichnet und spielt eine sehr wichtige Rolle bei der Schmuckherstellung. Die Silberlegierung zeichnet sich durch eine geringe Härte und damit einer sehr guten Verarbeitsbarkeit aus. Sterlingsilber ist am besten für Treib-, Biege- und Drahtarbeiten (Filigran) geeignet. Ebenso kann es für Nielloarbeiten eingesetzt werden, jedoch nur für niedrigschmelzende Emails. Die Farbe von Sterling weicht geringfügig von der des Feinsilbers ab und ist charakteristisch silbergrau. Abhilfe schafft das Versilbern mit Feinsilber bei größeren Werkstücken, bei kleineren Stücken wie Schmuckwaren genügt das Abbeizen, was die oberflächennahen Kupferbestandteile löst und so zur Bildung einer dünnen Feinsilberschicht führt.
Sterlingsilber verfügt über optimale Aushärtungseigenschaften.

900/000-Silber wiederum ist eine verbreitete Münzlegierung.

835/000-Silber weist einen Kupfergehalt von 16,5% auf und Grund für einen leicht gelblichen Farbton dieser Legierung. Es wird zur Herstellung von Fabrikschmuck verwendet.

Die 800/000-Silberlegierung übertrifft die höheren Silberlegierungen an Härte, Zugfestigkeit, gußtechnischen Eigenschaften und auch Preiswürdigkeit. Die Anlaufbeständigkeit und Kaltverformbarkeit dagegen ist geringer. Durch den hohen Kupferanteil weist auch diese Legierung einen gelblichen Farbstich auf, die durch mehrmaliges Ausglühen und anschließendes Weißsieden durch die Bildung einer Feingoldschicht beseitigt werden kann. Bei Kontakt mit Essigsäure entsteht Grünspan. Die 800/000-Silberlegierung ist sehr gut für die Herstellung von Bestecken geeignet.

Als Lot, vor allem für Emailsilber wird die 719/000-Silberlegierung verwendet.

Silber ist preisgünstig und lässt sich sehr gut verarbeiten. Negativ ist die Eigenschaft des Anlaufens, welches sogar an 333-er Goldlegierungen weitergegeben wird. Mit steigendem Kupfergehalt entsteht schwärzliches Kupferoxid.

Neben den gebräuchlichen Silber-Kupfer-Verbindungen gibt es weitere Legierungen mit Silber.

Eine neue Silberlegierung aus Großbritannien, das Argentium Silber, wird aus Silber und Germanium hergestellt. Das Anlaufen des Silbers wird verhindert, indem sich eine dünne Germaniumoxydschicht über dem Werkstück bildet. Argentium Silber lässt sich gut verarbeiten, ist flexibel und biegsam. Nach Wärmebehandlung erhöht sich die Härte beträchtlich.

Feinkornsilber enthält 0,15 % Nickel und ist im Vergleich mit Feinsilber härter und hat eine höhere Zugfestigkeit. Hartsilber enthält 1,5 % Silicium und weist höhere Härte und Festigkeitseigenschaften auf. Die Verarbeitbarkeit beider Legierungen entspricht der des Feinsilbers. Beide weisen eine niedrige Schweißneigung und eine hohe Verschleißfestigkeit auf.

Pallacid hat einen Feingehalt von 400/000. Jeweils 30% Gold und Palladium sorgen für hohe chemische Beständigkeit und damit Korrosionsfestigkeit. Diese Legierung wird im Apparatebau verwendet.

Vergoldetes Silber wird als Vermeil bezeichnet.

Tulasilber, eine Legierung aus Silber, Kupfer, Blei und Schwefel wurde im Mittelalter zur Verzierung von Kunstwerken verwendet.

Neusilber ist eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink. Es ist dem Silber optisch sehr ähnlich und läuft ebenfalls an.

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